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Freitag, Mai 14, 2004

Offener Brief an Jakob Nielsen von Designern?

Viel diskutiert wird im Web derzeit auf verschiedenen Weblogs bekannterer und auch weniger bekannter Blogger über einen offenen Brief, den ein Blogger verfasst hat. Anlass dafür war eine Kolumne in der Alertbox von Jakob Nielsen auf seiner Website useit.com.

Der offene Brief an Jakob Nielsen zitiert auszugsweise aus dieser Alertbox-Kolumne von Nielsen und wirft Nielsen unter anderem vor seine eigene Website endlich neu zu designen.

Nielsen dagegen sieht das ganze Problem nicht so drastisch und nimmt, ohne auf den Blogger "Design by Fire" näher einzugehen trotzdem schon früher Stellung auf seiner Webseite zu diesem Thema "Design" und hier ist folgendes zu lesen - auf die Frage "Warum sind auf dieser Seite keine Bilder und Grafiken eingesetzt?" bzw. "Warum ist Ihre Seite so spartanisch?":

I am not a visual designer, so my graphics would look crummy anyway. Since this website is created by myself (and not by a multidisciplinary team as I always recommend for large sites) I didn't want to spend money to hire an artist.

Übersetzt für jene, die nicht englisch sprechen:

Ich bin kein Grafiker, also würden meine Grafiken ohnehin unprofessionell und unschön aussehen. Weil ich diese Internetseite aber selbst gestaltet (und nicht bei einem vielseitigen Team in Auftrag gegeben habe, was ich für jede grössere Internetseite aber dringend empfehle) habe, wollte ich kein Geld für die Gestaltung einer Seite durch einen Grafiker ausgeben.

Jakob Nielsen und Hoa Loranger bei der Usability Week 2004 in KopenhagenWas kann man nun dazu sagen: Einerseits einmal macht Nielsen nicht das, was viele andere Designer machen. Ein Poster in der Diskussion im Rahmen des offnenen Briefes an Jakob Nielsen zeigte unter anderem folgende Seite: Vorschläge für ein Redesign für die Internetseite von Jakob Nielsen. Aber genau dort liegt das Problem, denn die Seite von Nielsen ist einigermassen accessible. Was die Studenten bei diesem Workshop an Redesignvorschlägen erarbeitet haben, funktioniert über Farbleitsysteme (WAI Single-A) und über Framesets, die ebenfalls nicht nötig wären.

Zweifellos sind die Ideen, die dort gepostet wurden, nicht schlecht, aber was von "Design by Fire" in seinem Weblog gemacht wird, ist auch nicht anders, als das, was man Jakob Nielsen dort vorwirft. Mit Intoleranz gegen Menschen vorgehen, die nicht die gleichen Wertvorstellungen haben, und so kann die Diskussion nicht gut funktionieren.

2 Comments:

Anonymous Anonym said...

Die Redesign-Vorschläge waren arbeiten von Studierenden, die ca. 1 Woche Zeit hatten und sich das erste Mal in ihrem Leben mit Fragen der Webgestaltung befasst haben. Ich finde, dass ist doch bedenklich, dass solche Ergebnisse entstehen, die es dann mit einem weltklasse Usability-Ingenieur zumindest aufnehmen könnten.

1999 war "Accessibility" auch noch kein Thema. Die Entwürfe basieren nicht auf Frames, wie Sie es darstellen.e

Kurzum: Hier sind nicht Wertvorstellungen im Spiel, sondern es gibt eine berechtigte Kritik an Nielsen-Designignoranz und er hält es nicht für nötig auf die treffenderen unter den Argumenten einzugehen.

Und das ist bedauerlich, weil ein völlig falsches Bild von Gestaltungsleistungen erzeugt wird.

Oliver Wrede

8:49 vorm.  
Blogger r.oland said...

Hallo!

Stimmt, und wie gesagt - es war keine schlechte Arbeit, die dort gemacht wurde. Nielsen betreibt seine Seite seit 1995 und hat auch bei den eigenen Leuten (also von Mitarbeitern der NN/g) schon Kritik dafür geerntet. Aber er hält es für wichtiger seine Texte zu veröffentlichen als jemanden mit dem Design zu beauftragen.

Er ist Mathematikprofessor, das finde ich, sieht man einfach an seinem "Design" (sofern man das überhaupt so nennen darf) und wenn ich ihn persönlich zitieren darf: "Accessibility was very important, when I first set up my website." (Aus einem Gespräch, das ich mit ihm Anfang April in Kopenhagen auf der Usability Week geführt habe.)

Liebe Grüße!

2:50 nachm.  

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